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Resümee zum Brandenburgfest 2008
„Das Brandenburgfest ist eines der schönsten Mittelalterfeste in Thüringen“- so die Aussage eines Besuchers, der selber Vorsitzender eines Fördervereins ist und Burgfeste ausrichtet. Das, was vom Historienspiel bis zum Belagerungsszenario als gemeinsame Aktion des Vereines und der Mittelaltergruppen geboten wurde, war eine gelungene lebendige Darstellung des Mittelalters, vor der selbst andere Veranstalter ihren Respekt nicht verbergen konnten. Die Kombination von Markt, Historienspiel, Turnier und Burgbelagerung mit einem großen Feldlager vor der schauträchtigen Kulisse der Brandenburg erwies sich wieder als Besuchermagnet. Die Masse der Besucher kam zwar erst am zweiten Festtag, dem Sonntag, weil der Samstag eben ein Werktag ist. Trotz des Kaiserwetters und der gestiegenen Qualität der Veranstaltung waren es im Vergleich zu 2006 allerdings weniger Besucher, wozu sicherlich die gestiegenen Kraftstoffkosten beigetragen hatten. Auch unsere Freunde aus der Region um die Brandenburg in Luxemburg hatten den weiten Anreiseweg nicht gescheut, um das diesjährige Brandenburgfest mit uns gemeinsam zu begehen. Herold Radolf zu Duringen führte durch das Programm und verstand es hervorragend, auch die historischen Hintergründe der Spielszenen dem Publikum zu vermitteln. Noch ganz unter dem Eindruck des im vergangenen Jahr gefeierten 800-jährigen Jubiläums des Geburtstages der Heiligen Elisabeth stehend, widmete sich nämlich das diesjährige Brandenburgfest dem historischen Geschehen zur Zeit der Kreuzzüge von 1227 bis 1250, in das damals auch Landgraf Ludwig IV. von Thüringen, der Gemahl der Heiligen Elisabeth, und zwei Grafen der Brandenburg einbezogen worden waren. Die zentrale Gestalt des Festes war Kaiser Friedrich II., dem im 13. Jahrhundert die kampflose Wiedergewinnung der heiligen Stätten in Palästina gelang und der mit seiner friedlichen Kreuzfahrt zwischen Orient und Okzident vermittelte. Auf dem Brandenburgfest wurde versucht, verschiedene Seiten seines Wirkens aufzuzeigen, darunter die bewusste Kontrastsetzung seiner friedlichen erfolgreichen Kreuzfahrt zum erfolglosen kriegerischen Kreuzzug König Ludwig IX. von Frankreich, und aktuelle Bezüge zur Gegenwart herzustellen, so in einer Gerichtsszene, die sich mit der Versalzung der Werra befasste. Die Theatergruppe der Werralöwen, Mitglieder des Brandenburgvereins, der Freidigen, der Vasallen Christi und weiterer Einzeldarsteller und Gruppen aus dem Mittelalterreenactement setzten das Historienspiel und das Turnier in Szene. Dank der großen Beteiligung von ca. 350 Teilnehmern aus ganz Deutschland am Feldlager konnte auch die Belagerung aufwändig und spektakulär in Szene gesetzt werden. Wie schon im Jahr 2006 kam auch bei der diesjährigen Belagerung die Blide zum Einsatz, die größte und präziseste Wurfwaffe des Mittelalters. Aber neben Kreuzzugsthema und Schlachtenlärm kamen auch Musik, Gaukelspiel und buntes Markttreiben nicht zu kurz. So war der Markt hinsichtlich Händlerbeteiligung und darstellendem Handwerk bunt und gut sortiert und zentral auf der Festwiese eingeordnet. Eine interessante Beschäftigung für die Kleineren boten die Freunde von Siloah aus Neufrankenroda, die in gemeinsamer Arbeit mit den Kindern alle möglichen Gegenstände aus Lehm formten. Weitere Anziehungspunkte wurden vom Brandenburgverein betrieben und waren auf der Ostburg konzentriert; darunter das Puppentheater „Hexenzwirn“ und die Bastelstrecke des Brandenburgvereines auf der Ostburg. Hier konnten Kinder selber Steckenpferde, Ritterhelme u.a. zusammenbauen. Frauen des Vereines hatten diese Bastelstrecke in mühevoller Kleinarbeit vorbereitet. Das Puppentheater „ Hexenzwirn“ verzauberte sein großes und kleines Publikum vor der schauträchtigen Kulisse des Bergfrieds. Für das leibliche Wohl sorgten die historische Schaubäckerei Lukullus, Siloah, Gastronomen aus Lauchröden, Stedtfeld und Wittenberg sowie die fleissigen Köche und Kuchenbäckerinnen des Brandenburgvereines. Aber auch orientalische Spezereien für die „gehobenen Ansprüche“ wurden angeboten. Wer den Schatten und etwas Kühlung suchte, fand auch in der Weintaverne einen guten Platz und nette Bedienung. Zum Gelingen des Festes trugen aber auch weitere Vereine Lauchrödens bei, die das Fest mit absicherten. Dank eines größeren Parkflächenangebotes gegenüber den Vorjahren, der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Herleshausen und dem Einsatz der freiwilligen Feuerwehren Lauchröden und Gerstungen über das gesamte Wochenende konnte die Verkehrssituation gemeistert werden. Die Kassen konnten auch nur durch die Unterstützung von Sportverein Concordia , Landfrauenverein und Jugendclub besetzt werden. Seit Jahresbeginn hatte der Brandenburgverein in Arbeitseinsätzen und Fremdleistungen das Brandenburgfest vorbereitet. So war auch ein neuer Platz geschaffen worden, der für Historienspiel und Ritterturnier genutzt werden konnte und gleichzeitig zur Entlastung der begrenzten Marktfläche führte. Einen Großteil der Vorbereitungsarbeiten auf Festwiese und Parkplätzen hatte auch die Gemeindeverwaltung Gerstungen übernommen und damit den Brandenburgverein entlastet. Deshalb sagen wir an dieser Stelle allen, die zum Gelingen dieses wunderschönen Festes beitrugen, unseren herzlichen Dank. Insbesondere bedanken wir uns bei den Mittelaltergruppen und Einzeldarstellern, die den weiten Anfahrtsweg nicht scheuten, um zum Gelingen unseres Festes beizutragen. Eingeschlossen in diesen Dank sind aber auch jene, die mit ihren Sach- und Geldspenden zum Gelingen des Festes beitrugen. Mit diesem Fest konnte auch wieder der Beweis erbracht werden, dass wir nach wie vor auf die kameradschaftliche gemeinnützige Zusammenarbeit unserer Vereine bauen können.
Im Namen des Vorstandes
Reinhard Schneider
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