Herrschaft im Dienste des Landgrafen

Die Erbauer der Brandenburg, die Grafen von Wartberg, Burggrafen der nahegelegenen Wartburg, werden erstmalig 1144 als Schutzherren des in diesem Jahr neugegründeten Kirchspiels Lauchröden urkundlich aufgeführt. Diese Schutzherrnfunktion macht eine Gründung der Burg in der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts wahrscheinlich.

Im 12. Jahrhundert. besaßen die Wartberger außer der Brandenburg Dörfer und Liegenschaften im Umfeld der Brandenburg und im Gothaer Raum.

Die Namensgebung der Grafen nach der Brandenburg ist erst ab 1224 belegt.

In Verbindung mit der nahen Lage der Burg zur Handelsstraße „Kurze Hessen“ waren die Herren der Brandenburg für den Geleitschutz der Handelszüge in ihrem Bereich zuständig. Aber auch die Kreuzzüge gingen nicht spurlos an der Brandenburg vorbei. Drei Grafen aus dem Geschlecht der Wartberger/ Brandenberger nahmen 1197/98 und 1227/28 an Kreuzzügen teil.

Mit dem Tod Ludwigs von Wartberg/Brandenberg erlosch das Burggrafenamt auf der Wartburg.

In der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts verarmte das Geschlecht der Brandenberger und musste die Burg aufgeben. Der letzte des Geschlechtes von Brandenberg wird 1435 erwähnt, lange nachdem die Burg in andere Hände übergegangen war.

Ab Anfang des 14. Jahrhunderts sind zwei getrennte Burganlagen nachweisbar, die seit dieser Zeit bis 1936 in der Regel unterschiedlichen Besitzern mit geteilter Herrschaft und Gerichtsbarkeit unterstanden. Aus einem dieser Geschlechter stammte Georg von Reckrodt, der sich als einer der bekanntesten Söldnerführer in die Geschichte der Glaubenskriege des 16. Jahrhunderts einschrieb.

GrundrissBurg_fc
Vermutlich zu Beginn des dreißigjährigen Krieges von ihren Bewohnern aufgegeben, verfiel die Burg und wurde zum Steinbruch, bis 1841 Großherzog Karl-Friedrich von  Sachsen-Weimar-Eisenach "das unbefugte Ausbrechen von Bausteinen" verbot.

Während der Zeit der innerdeutschen Teilung wurde die Brandenburg aufgrund ihrer Lage im Sperrgebiet der DDR bewusst totgeschwiegen.

Seit 1989 ist die Burg wieder frei zugänglich. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts kann der Besucher heute von der Höhe der Aussichtsplattform der Kemenate den herrlichen Blick ins Werratal genießen oder einen Rundgang durch die weitläufige Burganlage und das Burgmuseum unternehmen.

Das 1990 erstmalig ausgerichtete Brandenburgfest hat sich zu einem überregionalen Höhepunkt der Mittelalterszenerie entwickelt und findet alle zwei Jahre statt. Seit dem Jahr 2000 werden weitere Veranstaltungen (Theater, Konzerte, u.a.) zu den "Brandenburger Konzert- und Begegnungstagen" angeboten.

Große Sonderausstellung vom 8.7. bis 7.11.2010

Geschichte der Burg